Dienstag, 6. Dezember 2011

Hoffnungsthals erster Sieg in der Oberliga

Beim Abstiegskonkurrenten aus Bensberg gewann der TVH verdient mit 60:71 (39:27). 

Um die 100 Fans waren mit Pauken und Trompeten an diesem Samstagabend in die Bensberger Spielhalle gekommen, um ihrem jeweiligen Verein bei dieser schwierigen Aufgabe beizustehen. Die Ausgangslage war bei beiden Teams die gleiche: 6 Spiele, 6 Niederlagen. Dementsprechend hoch war der mentale Druck in beiden Lagern. Die Lokalpresse erklärte die Begegnung gar zum "wichtigsten Spiel der Saison".
Den Tipp Off holten die Hoffnungsthaler, die auch gleich zwei schnelle Punkte einschenkten, sofort umschalteten und übers ganze Feld verteidigten. Dadurch konnten sie die ersten Bensberger Angriffe zerstören. Im Gegenzug schaltete der TVH wieder schnell um und legte die nächsten Punkte nach. In der zweiten Spielminute stand es 6:0 für die Gäste. 
Ein Vorsprung, dem Bensberg über die gesamte Spiellänge hinterherlief. „Wir wissen aus eigener Erfahrung nur zu gut, wie es ist, die ersten Spielminuten zu verschlafen. Das sollte uns heute auf keinen Fall passieren. Und wir haben es geschafft, von der ersten Sekunde an 100%ig im Spiel zu sein“, kommentiert TVH-Kapitän Biermann die gute Hoffnungsthaler Startphase. Danach waren auch die Bensberger Gastgeber im Spiel angekommen und es begann ein rasanter Schlagabtausch. Ein enormes Tempo bestimmte das erste Viertel. Auch Bensberg verteidigte über die gesamte Spielfeldlänge und wollte im Angriff die schnellen Punkte erzielen. Während ihnen ein organisierter Angriff eher selten gelang, konnten einzelne Schlossstädter gegen die aggressive Verteidigung von der Sülz viele Fouls provozieren und durften oft an die Freiwurflinie, zeigten dort aber Nerven. Am Ende hatten beide Teams eine der Oberliga unwürdige Quote von der Linie (TVH: 39%, TVB: 45%). Die Freiwürfe waren also kein spielentscheidender Faktor. 
Vielmehr spielte Hoopvalley im Angriff gut zusammen und punktete clever aus dem Setplay. Das erste Viertel ging mit drei Pünktchen knapp an die Gäste. Im zweiten Viertel kontrolierte Hoffnungsthal die Partie. Besonders die starke Defense hinderte die Bensberger Einzelakteure daran zu scoren. Viele Steals und Defense-Rebounds konnten in erfolgreiche Fastbreaks verwandelt werden. Das vorbildliche Teamplay in Angriff und Verteidigung bescherte dem TVH eine Zwölf-Punkte-Führung zur Halbzeit. 
Natürlich meldeten sich die Bensberger zurück. Allen voran Topscorer Ghanbari, der seine Mannschaft im Alleingang zum Sieg führen wollte. Bensberg konnte durch gute Einzelaktionen die dritte Spielperiode für sich entscheiden und verkürzte zum letzten Viertel auf 46:53. Aber die Hoffnungsthaler Team-Leistung blieb konstant. In der Defense hatten die jungen Spieler von Björn Batzer die gegnerischen Punktejäger unter Kontrolle. Im Angriff schafften sie es, ihre gut ausgespielten Chancen zu verwerten. Sie blieben auch beim Rebound überlegen. Zwar konnte Bensberg in der finalen Spielphase das Freiwurfduell gewinnen (63% : 39%), das Viertel und somit der Gesamtsieg gingen aber an Hoffnungsthal.
„Das war eine erstklassige Teamleistung. Wir haben gezeigt, dass wir gewinnen können, wenn wir gemeinsam dafür kämpfen. Jeder Einzelne hat sich hervorragend in die Manschaftsdynamik eingefügt. Jeder, der von der Bank gekommen ist, hat sofort seine Rolle übernommen. Auch die Spieler, die heute wenig gespielt haben, haben ihren persönlichen Frust über zu wenig Einsatzzeit hinten angestellt und das Team bedingungslos unterstützt. Das macht mich stolz“, lobte ein gerührte Trainer seine junge Mannschaft. 

Das war aber nur der erste Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt. Nächsten Samstag kann die Mannschaft zeigen, ob sie auf ihrem angetretenen Weg weitergehen und ihre heutige Leistung beibehalten kann. Der ungeschlagene Tabellenführer und alleiniger Aufstiegsfavorit TuS Opladen kommt nach Rösrath. Samstag, 17 Uhr, neue Dreifachhalle, Eintritt frei.

TVH-TVB Viertel: 17:20, 10:19, 19:14, 14:18 Punkte: Jakobs 18, Scholl 4, Wendeler 14, Baronski 5, Fischer 23, Hallmann 2, Hoy 2, List 3